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Flow? Licht und Liebe? Schön wär’s. Mein echter Weg raus aus dem Mindfuck

  • Autorenbild: Jeannette Kriesel
    Jeannette Kriesel
  • 27. Apr. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Vom Jammern zum Leben. Wie echte Transformation am Verstand vorbei passiert. Mein echter Weg raus aus dem Mindfuck

Frauenhände auf eigenem Herz ruhend

„Echte Veränderung beginnt nicht mit dem nächsten Ratgeber. Sondern mit der radikalen Entscheidung, dich selbst nicht länger zu verraten.“ Jeannette Kriesel

Ein sehr persönlicher Blogartikel

Ich habe nicht den Anspruch, dir zu verkaufen, wie du eine "bessere Version" deiner selbst wirst, in deinen Flow kommst oder alles durch den Licht-und-Liebe-Modus filterst. Ich weiß aber, wie es sich anfühlt, wenn man sich verliert, während man allem gerecht werden will. Ich habe erlebt, wie es ist, ohnmächtig zu sein, nachts wach zu liegen und aus dem Kopfkino-Mindfuck nicht aussteigen zu können. Ich kenne die stille Verzweiflung. Ich habe den inneren Krampf lange etabliert. Und dann habe ich mich selbst irgendwann aus diesem Sumpf gezogen.

 

Ich bin zwar „nur“ Zweifach-Mama, aber schon das empfand ich in der Vergangenheit als ultimativ-herausfordernd. Und dann kam noch der Moment, der mich so richtig aus der Bahn geworfen hat. Nämlich als meine kleine Tochter mit einer Typ1-Diabetes-Diagnose diagnostiziert wurde.

 

Ab da war nicht mehr die Frage: "Wie werde ich entspannter?" Sondern: "Wie breche ich nicht auseinander, wenn das Leben mit solch einem Bitch-Move um die Ecke kommt?"

 

Warum ich aufgehört habe, brav zu funktionieren.

Mehr Wissen hat mich nicht gerettet. Aber Mut. Früher dachte ich, ich müsste nur genug wissen, genug leisten, genug durchhalten. Dann würde ich gut genug sein.

 

Ich habe Ratgeber verschlungen, Workshops besucht, kindliche Entwicklungsphasen studiert, mich selbst zerrissen auf der Suche nach DEM "richtigen" Weg. Vom „Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden“ bis „Jedes Kind ist hochbegabt“, war alles dabei.

 

Aber es wurde nicht leichter, im Gegenteil. Je mehr ich versuchte, mich und mein Leben zu optimieren, desto mehr entfernte ich mich von mir selbst. Meine Ansprüche an mich selbst waren höher als der Mount Everest und meine Frustrationstoleranz  irgendwann tiefer als der Marianengraben. Mein echter Weg raus aus dem Mindfuck.

 

Je mehr ich versuchte, perfekt zu sein, desto mehr verlor ich mich. Und in diesem tiefen Jammertal, begriff ich plötzlich, dass ich mich selbst in einen mentalen Gulag katapultierte hatte.


Ich habe meine Kinder unbewusst zu meinem persönlichen Projekt gemacht und meine eigenen unerfüllten Bedürfnisse, Wünsche und meinen Selbstwert auf sie projiziert. Dabei sind sie eigene Persönlichkeiten, die mir oft gnadenlos und ohne es bewusst zu tun, den Spiegel hinhalten. Ich wollte nur nicht hinein schauen, weil es sich beschissen angefühlt hätte.

 

Was ich erst sehr spät kapiert habe

Echte Veränderung fühlt sich erst einmal wie scheitern an. Echte Veränderung kann durchaus unsexy, furchtbar anstrengend und zeitweise richtig zum Kotzen sein. Und irgendwann verstehen man, dass „in seine Kraft zu kommen“ bedeutet, bereit zu sein, sich absolut kraftlos zu fühlen.

 

Währenddessen habe ich verstanden, wie mein Gehirn tickt, wie und wann meine Muster greifen, wie Stress mein Nervensystem steuert und wie ich genau dadurch wieder in Kontakt mit mir selbst komme. Es ist ein merkwürdiges Paradox: Ich kann mich nur verändern, wenn ich mich so akzeptiere, wie ich bin. Denn Veränderung passiert nämlich gar nicht mit Hilfe des Verstands und durch permanentes zer-denken, sondern am Verstand vorbei. Im Herzen, im Zulassen und im Kapitulieren.

 

Was ich heute weiß

Nicht Perfektion verändert dein Leben. Sondern Echtheit. Ich glaube nicht an Perfektionismus. Denn der Teil von mir, der "alles richtig machen" will, ist derselbe, mit dem ich mich verurteilt habe. Ich weiß, dass Selbstoptimierung eine Falle ist und echte Veränderung entsteht, wenn ich aufhöre, mich ständig verbessern zu wollen.

 

Ich weiß, dass der erste Schritt, der ist, mit der Selbstgeißelung und dem Jammern aufzuhören. Und damit, meine Kinder verändern zu wollen. Sie haben mir geholfen, mich selbst zu erkennen. Und das war das wertvollste Geschenk, das sie mir machen konnten.

 

Text: Jeannette Kriesel


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Danke. Wirklich.


 
 
 

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