Die 7 Hermetischen Prinzipien -Reloaded
- Jeannette Kriesel

- vor 6 Tagen
- 7 Min. Lesezeit
Und warum ich glaube, dass eigentlich noch ein achtes fehlt

Bildquelle: Pixaby
Die 7 Hermetischen Prinzipien
Spiri-Gedöns beiseite und "höhere Selbst" kurz Kamillentee trinken geschickt, während wir uns diese "geheimnisvollen" Prinzipien mal ganz bodenständiger anschauen...
Die hermetischen Prinzipien sind kein elitäres Wissen für Menschen mit Dauerzugang zur geistigen Welt und oder für Leute, die ihre Kristalle bei Vollmond baden. Sie sind die ganze Zeit mitten in deinem Alltag präsent und viel alltagstauglicher, als manche Dauerbrenner auf TikTok & Co. erzählen. Sie stecken mitten in deinem Denken, in deinem Stress, in deinem Kind, in deinem Kontostand, in deinem ganzen System und auf deine Art zu reagieren, wenn das Universum die montags um 7:12 Uhr mal wieder die Butter vom Brot schleudert.
Ich habe sie nicht in alten Schriften gefunden und auch nicht in irgendeinem Workshop serviert bekommen. Sie sind mir jahrelang um die Ohren geflogen, während ich lange nicht geschnallt habe, was ich da eigentlich die ganze Zeit erlebe.
Hier die sieben Prinzipien, alltagsscharf interpretiert und mit Beispielen, die dir sicher bekannt vorkommen
1. Das Prinzip der Geistigkeit
Alles beginnt im Geist. Nicht irgendwann später, wenn du genug gelesen, reflektiert, verarbeitet und vielleicht noch drei Bücher ins Regal gestellt hast, sondern genau dort, wo du denkst, bewertest, interpretierst und innerlich längst in den Ring steigst, obwohl der Tag noch nicht einmal richtig begonnen hat.
Dein Morgen ist nicht scheiße, weil Montag ist. Dein Morgen ist scheiße, weil du innerlich schon im Kampfmodus bist, bevor überhaupt irgendjemand was gesagt hat. Der Kaffee fällt um, das Kind findet die zweite Socke nicht, die Klo-Rolle ist leer, du bist genervt, und zack fühlt sich alles an wie ein persönlicher Feldzug gegen dich.
Der erste Brandherd ist erstaunlich oft nicht das Außen, sondern der Satz in deinem Kopf. Und dieser Satz baut gerade die Realität, durch die du läufst. Bevor du also das nächste Mal innerlich in Flammen aufgehst, halte kurz inne. Zwei Sekunden reichen. Frag dich: Was denke ich hier gerade eigentlich? Denn dieser Gedanke ist längst am Arbeiten. Manchmal verändert das die Situation nicht sofort, aber die Art, wie du in ihr stehst. Und plötzlich ist da Spielraum. Vielleicht taucht die Socke auf, vielleicht später oder gar nicht. Egal was passiert: nicht immer gleich mit brennen.
2. Das Prinzip der Entsprechung
Wie innen, so außen. Wie oben, so unten. Wie in dir, so um dich herum. Das Außen benimmt sich oft wie ein seltsam unhöflicher Spiegel. Naja, oder ein sehr freundlicher...
Dein Kind tobt wegen Ungerechtigkeit, dein Team beschwert sich ständig über schlechte Strukturen, tut aber gleichzeitig so, als sei alles prima, und zu Hause herrscht eine Gereiztheit, die sich keiner erklären kann. Der übliche Irrsinn ist aber oft Ausdruck einer innerer Unordnung.
Viele Menschen wollen ein friedliches Außen, während innerlich einen Dauerkrieg führen. Mit sich, ihrer Rolle, ihren Bedürfnissen, ihrer Erschöpfung. Willst du ehrliche Kinder? Sei ehrlich, wenn du scheiße drauf bist. Sag: „Ich bin gerade genervt, nicht wegen dir, sondern weil ich meinen eigenen Kram nicht sortiert kriege.“ Resonanz funktioniert sofort. Das verändert etwas, meistens sofort. Kinder reagieren auf Echtheit. Menschen generell übrigens auch.
Resonanz ist keine spirituelle Wunschpost. Resonanz ist das, was entsteht, wenn innen und außen nicht mehr komplett aneinander vorbeilaufen.
3. Das Prinzip der Schwingung
Nichts steht still. Alles bewegt sich. Alles schwingt. Auch dann, wenn du meinst, es passiert gerade gar nichts.
Deine Gedanken, deine Stimmung, dein Kind, der ganze Raum … alles schwingt. Auch wenn nur jemand schweigend auf dem Sofa sitzt und an die Decke starrt. Stillstand ist oft nur eine Deutung. Bewegung läuft trotzdem.
Wenn du denkst, dein Leben stagniert, lohnt sich ein zweiter Blick. Vielleicht steckt dahinter keine Starre, sondern ein Zustand von Erschöpfung, Überforderung oder Schutz. Dann fühlt sich Bewegung nicht nach Aufbruch an, sondern nach Nebel, Schwere oder Watte im Kopf. Auch das ist Bewegung. Nicht jede Schwingung schmeißt Konfetti.
Nichts Großartiges in Vorbereitung? Doch, mit Sicherheit. Du merkst es nur noch nicht. Manchmal braucht es nur Geduld und einen tiefen Atemzug und plötzlich kommt wieder etwas in Fluss.
4. Das Prinzip der Polarität
Alles hat Pole. Zwei Seiten desselben Spektrums -verschiedene Grade, unterschiedliche Ausprägungen. Heiß und kalt. Laut und leise. Nah und fern.
Aber Achtung: Licht und Schatten, Gut und Böse gehören nicht dazu, denn das ist Dualität. Polarität lädt zum Erkennen und nicht zum Bewerten ein. Denn Nähe ohne Distanz wird irgendwann klebrig und Hingabe ohne Grenze zum Selbstverlust.
Wenn das nächste Mal alles komplett querliegt, frag dich, was dir da gerade entgegenkommt? Was zeigt sich hier gerade? Was schießt über? Was fehlt? Was will in Balance kommen? Dann wird aus Kampf nämlich Kontakt.
5. Das Prinzip des Rhythmus
Alles bewegt sich in Rhythmen. Hoch und Tief. Weite und Enge. Kraft und Erschöpfung. Nichts bleibt dauerhaft oben und nichts dauerhaft unten. Auf jedes Hoch kommt immer ein Tief. Auf jedes Tief immer ein Hoch. Im Alltag, im Muttersein, im Geldbeutel.
Montag: sortierte Herrscherin deines Lebens. Mittwoch: in die Decke gewickeltes Elend. Das Pendel macht seinen Job.
Das passt nur vielen nicht, weil wir gelernt haben, konstant funktionieren zu müssen. Gleichbleibend, stabil, freundlich, belastbar. Jeden Tag, möglichst ohne Aussetzer. Na kar!
Das Problem beginnt da, wo du gegen dein Tief kämpfst, statt es zu lesen. Viel hilfreicher ist oft, die Lage einmal nüchtern zu benennen: Ich bin im Tief. Ich brauche kurz Ruhe. Ich kann gerade nicht alles gleichzeitig.
Und erstaunlicherweise kommt das Hoch oft eher zurück, wenn man aufhört, gegen den natürlichen Pendelschlag anzurennen.
6. Das Prinzip von Ursache und Wirkung
Nichts passiert einfach so, auch wenn es oft bequemer wäre, genau das zu glauben. Dann nennen wir es „Zufall“.
Wir leben in einer Welt voller Etiketten, Symptombeschreibungen und schnell servierter Erklärungen. Dein Kind ist zappelig, also hat es eben dies oder das. Deine Beziehung ist schwierig, also passt ihr wohl einfach nicht. Du bist erschöpft, also brauchst du nur mal Urlaub, Magnesium oder einen Tag ohne Menschen. Mag sein, dass an all dem etwas dran ist. Nur liegt die eigentliche Ursache oft ganz woanders.
Unter Verhalten liegt häufig Bindungsstress, unter Dauer-Wut sitzt nicht selten Ohnmacht, unter Kontrolle lauert Angst, unter Anpassung alter Schmerz und unter deinem gelegentlichen Ausraster steckt vielleicht nicht dein Kind, sondern etwas anderes, das Alarm schlägt.
Wer nur an der Wirkung rumdoktert, bleibt Opfer. Wer die Ursachen erkennt, wird handlungsfähiger.
Wenn dein Kind eskaliert, frag nicht nur, was gerade falsch läuft. Frag auch, was hier eigentlich wirkt. In ihm. In dir. Zwischen euch.
7. Das Prinzip des Geschlechts
Alles hat männliche und weibliche Energie. Auch du und deine Idee für den nächsten Tag.
Schöpfung ohne beide geht nicht. Die Idee (männlich) braucht die Umsetzung (weiblich). Sie braucht unterschiedliche Qualitäten. Impuls und Aufnahme. Richtung und Hingabe. Entscheidung und Verkörperung. Idee und Umsetzung.
In Beziehungen hab ich gelernt: Wenn ich nur die Starke spiele, stirbt die Kreativität. Wenn ich nur die Weiche bin, wird’s chaotisch. Beides zusammen: Läuft mega!
Willst du etwas Neues erschaffen -mehr Ruhe, mehr Geld, mehr Klarheit? Lass die männliche Klarheit (Entscheidung) und die weibliche Hingabe (Umsetzung) zusammenarbeiten. Kein einseitiges „Ich muss“ mehr.
Was, wenn ich dir jetzt sage, dass es in meiner Welt noch ein 8. Prinzip gibt? Ein Prinzip, dass alle irgendwie vereint, weil es sich aus eben diesen ergibt? Mal abgesehen davon, dass sich einige Prinzipen schwer voneinander unterscheiden lassen...
Mein 8. Hermetisches Prinzip
Das Prinzip des Fügens.
Für mich steckt darin die lebendige Verbindung aller sieben Prinzipien. Denn was machst du eigentlich, wenn du aufhörst, gegen das Leben zu arbeiten?
Du fügst den Geist in die Materie. Du bringst innen und außen in Beziehung. Du hörst auf, Schwingung zu bekämpfen. Du fügst die Pole zusammen, ganz ohne Dualität. Du lässt den Rhythmus arbeiten, Du reitest den Rhythmus, statt dich vom Pendel umhauen zu lassen. Du gehst der Ursache näher, statt an der Oberfläche Theater zu spielen. Und du lässt die schöpferischen Kräfte in dir zusammenwirken, statt eine davon abzuwürgen.
Manchmal hört man stattdessen vom „Prinzip der Einheit“. Alles ist eins, Trennung ist Illusion, übergeordnetes Bewusstsein hier, großes kosmisches Kuscheln dort. Klingt nett, ist für mich allerdings das nächste spirituelle Bypassing. Denn plötzlich muss nichts mehr wirklich angeschaut werden. Kein Schmerz, keine Wunde, keine biografische Prägung, keine Überlebensstrategie, keine transgenerationale Verstrickung. Alles nur eins. Alles nur Bewusstsein, hilft aber oft exakt niemandem. Fügen geht einen anderen Weg.
Fügen ist das Gegenteil. Es sagt: Ja, es gibt Trennung. Ja, es gibt Schmerz. Ja, da sind bescheuerte Überlebensmuster, da ist hässlicher transgenerationaler Ballast, reale Narben und reale innere Unordnung. Und genau das wird nicht weggedrückt oder ins Licht gebeamt. Nicht alles auflösen wollen, nicht alles loslassen müssen und auch nicht alles heilen müssen. Es wird angeschaut, eingeordnet, gewürdigt und an seinen Platz gestellt. Sichten, ordnen, fügen. Im Alltag erstaunlich brauchbar.
Mein Impuls für dich
Wenn das nächste Mal Chaos kommt, ob in deiner Familie, deinem Körper, deinem Alltag oder in deinem Kopf, dann falle nicht sofort ins „ich muss nur positiver denken“ oder „wird schon einen höheren Sinn haben“, denn das bringt dich exakt null Millimeter weiter. Versuch mal: „Das gehört gerade dazu. Wie integriere es am besten?“
Dann entsteht langsam Ordnung und ist ein klarer, ehrlicher Schritt zurück in Beziehung mit dem, was ist.
Und jetzt das große ABER
Du brauchst keine Prinzipien! Du kannst Resonanz feiern, Polarität verstehen, Ursache und Wirkung runterbeten, dass Außenstehende kurz beeindruckt nicken. Prinzipien hin oder her, wenn du es nicht in deinem Alltag lebst, sind sie bedeutungslos. Da hilft dir kein Konzept aus dieser, noch aus einer anderen Welt. Da hilft nur eins: Tun!
Frei nach meinem Lieblings-Motto: „Machen ist wie Wollen. Nur krasser!“
Alles andere ist nur nettes Wissen.
Text: Die 7 Hermetischen Prinzipien -Reloaded von Jeannette Kriesel
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Jeannette Kriesel



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