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Schulstress, Hausaufgaben & Schweißausbrüche

  • Autorenbild: Jeannette Kriesel
    Jeannette Kriesel
  • 2. Juni 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Warum nicht dein Kind das Problem ist, sondern deine Angst


Mutter streitet mit Tochter
„Schulstress hat mehr mit dir zu tun als mit deinem Kind.“ Jeannette Kriesel

Schule: Dieses Dauerthema, das Familiengefüge wie eine Ladung Schwarzpulver sprengt. Hausaufgaben, Klassenarbeiten, Elterngespräche.


Denn wer trägt den Löwenanteil? Na? Bingo. Und während du versuchst, in gefühlt 38 parallelen Rollen zu brillieren, funkt dir die Schule täglich dazwischen.


Viele Mütter setzen sich selbst enorm unter Druck, wenn es um die schulische Leistung ihrer Kinder geht. Dabei geht es nicht nur um die Noten, sondern um den inneren Wunsch, eine „gute Mama“ zu sein. Auch in den Augen der Schule. Dieses Streben nach Perfektion führt oft zu einer übertriebenen Fokussierung auf das Thema Schule. Doch dieser Anspruch überträgt sich unbewusst auf das Kind und erzeugt Stress auf beiden Seiten.

 

Grenzen setzen und Energie Tanken

Das Zuhause sollte also kein Ort sein, an dem Schulthemen nach dem Unterricht noch dominieren. Das bedeutet nicht, dass man sich nicht um Hausaufgaben oder Lernen kümmern sollte, aber es sollte klare Grenzen geben. Nach der Schule ist vor dem Spaß! Familie und Freizeit sollten Priorität haben. Das ist entlastend, macht glücklich, füllt den Tank wieder auf und motiviert.


Apropos, können wir mal über Motivation reden? Motivation ist kein Knopf, der sich auf Wunsch drücken lässt. Du kannst dein Kind zwar extrinsisch motivieren, indem du bestichst, drohst oder strafst. Aber will man das wirklich?  Oder ist es viel mehr die aus sich selbst heraus entstandene Motivation, die wir uns für unsere Kinder wünschen? Vielleicht indem wir Anregungen bieten, die mal nichts mit Schule zu tun haben und die Interessen unserer Kinder aufgreifen, ihre Neugierde kitzeln und ihnen zeigen, dass echtes Lernen jenseits von Arbeitsblättern und Benotungen passiert.


Schule raubt Familienfreizeit

Kleiner Realitätscheck: Wenn Kinder zur Schule gehen, gehen sie nicht nur „ein bisschen lernen“. Sie gehen arbeiten. Mit Erwartungen, Lautstärke, Terminen, Regeln, Leistungsdruck, sozialem Dauerfunk und viel zu wenig echter Pause. Für Kindergartenkinder gilt das übrigens genauso, nur mit Bauklötzen statt Klassenarbeiten. Schulstress und Hausaufgaben


Kein Erwachsener, der alle Tassen im Schrank hat, kommt nach einem vollen Arbeitstag nach Hause und sagt: „Geil, bitte gib mir noch ein paar zusätzliche Aufgaben. Ich hatte heute eindeutig zu viel freie Lebensenergie.“


Du willst dich doch viel lieber Freunde treffen, gesellig sein, etwas unternehmen, auf die Couch, Netflixen, irgendwas mit Schokolade. Und dein Kind? Dein Kind will das auch. Aber was bekommt es? Deutschblatt, Matheaufgaben, Referat, Englisch-Vokabeln. Und warum? Offiziell, damit sich der Stoff festigt. Inoffiziell, weil die Schule mit ihrem überladenen Lehrplan nicht hinterherkommt. In Wahrheit stopft die Schule also diesen übervollen Lehrplan in unsere Familienzeit. Abend für Abend. Die Frage ist, wann auffällt, dass Eltern hier ein System retten, das sie verheizt.


Wenn dein Kind „bockt“, tut es das zurecht!

Wenn dein Kind beim Thema Schule regelmäßig in den Streik tritt, heißt es oft: "Das macht er/sie nur, um mich zu ärgern.“  Was da aber bockt, ist kein unwilliger Spross, sondern ein hochsensibles Spiegelbildchen deiner eigenen Baustellen. Denn nicht selten sind es unsere eigenen, unschönen Schulerfahrungen, die erneut Stress auslösen. War die Schule für uns mit Ängsten, Misserfolgen oder sozialem Druck verbunden, ist es nachvollziehbar, dass wir unseren Kindern ähnliche Erfahrungen ersparen wollen. Doch genau das führt oft dazu, dass viele Mütter überreagieren und sich ambitionierter als nötig auf das Thema Schule fixieren. Und nun drückt dein Kind vielleicht jedes Mal auf einern deiner Repeat-Knöpfe und spiegelt dir all deine unbewältigten Themen wider, ohne dass es dafür verantwortlich sind.


Statt das Drama weiterzuspielen, frag dich mal, warum ist es so wichtig, dass dein Kind in der Schule funktioniert? Weil du willst, dass dein Kind was lernt? Oder weil du Schiss hast, was die Lehrerin denkt? Das Blöde dabei ist, dass du dein Kind in denselben Funktionsmodus drückst, aus dem du selbst vielleicht schon lange raus willst. Wenn du das für dich entschlüsselst, löst sich oft der Knoten. Und vielleicht, nur vielleicht, könnt ihr dann gemeinsam atmen, statt zu streiten.


Wenn Schulstress & Hausaufgaben dein Familienleben frisst

Schule frisst Raum, Raum für Beziehung, für Spielen, für Lachen und für "Was hast du heute erlebt?" Stattdessen: "Hast du die Hausaufgaben gemacht?" Bähm, da schwindet sie, die gute Laune schnell mal. Und während du immer noch versuchst alles „richtig“ zu machen, übersiehst du vielleicht, dass Kindheit (und Schule) keine Vorbereitung aufs Leben ist. Kindheit ist pure Leben. Schule ist nur ein temporärer Teil davon. Und die Zeit, die du mit deinem Kind für Schulthemen und Streitereien vergeudest, kannst du nicht zurückholen. Sie ist einfach weg. Sollte Schule wirklich so viel Macht über Familien haben? Ich frag für einen Freund…


Schule entscheidet nicht über Erfolg im Leben

Schulleistungen sind nicht der Schlüssel zu einem glücklichen, erfolgreichen Leben. Die meisten Eltern sind dermaßen darauf konditioniert, auf Noten zu achten und sie als Gradmesser für die Zukunft ihrer Kinder zu sehen, anstatt im besten Sinne davon auszugehen, dass ihre Kinder ihr Leben schon wuppen werden. Und mal ehrlich: Ist es die Schule, die unsere Kinder zu großartigen Erwachsenen macht, oder sind wir selbst es, weil wir unsere Kinder integer, gleichwürdig und liebevoll durch ihre Kindheit führen und ihnen vorleben, was uns wichtig ist?


Schuldrama entkoppeln: 5 Gedanken zum Mitnehmen


  1. Prioritäten setzen

    Eine 5 in Mathe ist kein Weltuntergang. Vielleicht ist dein Kind einfach kein Zahlenmensch, sondern ein Wort-Akrobat, Künstler oder Erfinder. Fang an, zu sehen, was da ist, nicht, was fehlt.

  2. Grenzen setzen

    Schule endet nicht erst kurz vor dem Schlafengehen. Das Zuhause ist kein zweites Klassenzimmer. Feierabend heißt: Feier den Abend.

  3. Gelassenheit üben

    Die „vermasselte“ Klassenarbeit? In 10 Jahren weiß das keiner mehr. Wirklich niemand.

  4. Humor behalten

    Hausaufgaben können krampfig sein. Oder komisch. Entscheide dich richtig und sei das Vorbild, dass du selbst gern gehabt hättest.

  5. Trigger checken

    Wenn du regelmäßig bei Schulstress die Nerven verlierst, dann schau mal ganz ehrlich hin. Vielleicht schreit dein inneres Schulkind viel lauter als das Kind, das vor dir steht.


Was Kinder wirklich brauchen

Kinder brauchen kein Boot-Camp-Drill. Sie brauchen Menschen, die sie sehen, wie sie sind, die ihre Gefühle regulieren können, wenn’s kracht, die wissen, dass Schule nicht alles ist und sagen: „Ich sehe dich“, auch mit ’ner 4 in Mathe.


Und du? Du darfst auch fühlen. Angst, Wut, Ohnmacht. Aber du musst dich nicht von ihnen steuern lassen. Das ist der Unterschied zwischen Reagieren und Gestalten.


 Text von Jeannette Kriesel


Wenn dieser Text nicht ganz spurlos an dir vorbeigezogen ist …

… dann darf er gern weiterziehen. Teil ihn, schick ihn jemandem, der ihn brauchen könnte oder behalt ihn erstmal für dich und tu so, als wärst du ganz zufällig klüger geworden.

 

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Und falls du mir dafür symbolisch eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wein rüberschieben willst: WHOOHOO!

 

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Danke. Wirklich.

Jeannette Kriesel


 
 
 

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